Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer,
liebe Freund*innen des iranischen Filmes,

Es war auch für uns ein ungewöhnliches Jahr. Zunächst mussten wir von unserem Frühjahrstermin in den November umziehen. Unsere Gäste, die Filmschaffenden, die uns ja aus dem „Risikogebiet“ Iran nicht besuchen können, wollten wir per Videochat ins Kino schalten – und wir wollten einige einladen, die sich gerade in Europa aufhielten. Doch dann wurde alles runtergefahren, und wir haben sehr kurzfristig beschlossen, „Visions of Iran“ online zu setzen. So könnt Ihr zumindest zuhause einige „iranische Impressionen“ genießen. Und wir werden einige Filmemacher zu Online-Gesprächen zuschalten. Damit sich eine Ahnung von dem Austausch und den Begegnungen vermittelt, von denen unser Festival normalerweise lebt.
Wir betreten mit dieser Ausgabe Neuland und hoffen, dass wir alles gemeinsam hinbekommen.


Wir haben uns für einen moderaten Schnupper-Preis von 6,80 € entschieden. Genau wie im Kino ist die Zahl der Tickets begrenzt und es empfiehlt sich früh zuzugreifen – das gilt auch für die Besitzer eines Festivalpasses.

Euer Festivalteam

Women in Iran: Short Films #2

It was My City (8”), Reverence (15”), American Bull (15”), Violet (15”), Hanged (13”), Icky(5”)

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When the Moon was Full

Shabi Ke Maah Kamel Shod

Abdol-Hamid aus dem Grenzgebiet zwischen Iran und Pakistan verliebt sich in Faezeh aus Teheran. Bald nach der Hochzeit bemerkt sie, dass Abdol-Hamids Bruder sich zusehends radikalisiert: er organisiert für die Terror-Organisation Jundullah bewaffnete Anschläge. Hamid, Faezeh und ihr Bruder wollen nach Pakistan fliehen und dort die Ausreise nach Europa beantragen.

Narges Abyar erzählt die reale Geschichte des Abdol-Malek Rigi, der eine Terrormiliz im südiranischen Grenzland anführte. Sie wendet sich der Perspektive von Frauen zu, die im Mittleren Osten extremistische Gewalt erleben. „When the Moon was Full“ erhielt sechs Hauptpreise auf dem Fajr Film Festival in Teheran!

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No Place for Angels

Jayi Baraye Fereshteha nist

ERÖFFNUNGSFILM – EUROPA-PREMIERE

Die Geschichte der iranischen Frauenhockey- Nationalmannschaft die trotz schwieriger Startbedingungen an den asiatischen Spielen in Südkorea teilnehmen will. Der energiegeladene Film über Hoffnungen, Ängste und Träume dieser jungen Frauen erhielt den Dokumentarfilmpreis auf dem internationalen Fajr Film Festival und den Special-Jury-Award des 13. Cinéma Vérité-Dokumentarfilmfestivals in Teheran!

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The Warden

Sorkhpoust

Iran in den 1960ern: In einer Einöde im Süden des Landes soll eine alte Gefängnisfestung einem Flughafenbau weichen. Der ambitionierte Colonel Jahed beaufsichtigt die Räumung, eine Beförderung steht in Aussicht und die junge Sozialarbeiterin Susan weckt sein Interesse. Plötzlich verschwindet einer der Gefangenen spurlos in den Gemäuern – ausgerechnet ein zum Tode Verurteilter – Jaheds Reputation steht auf dem Spiel.

Nima Javidis zweiter Film überzeugt durch Setting, Kameraarbeit und Darsteller – allen voran der momentan wohl präsenteste Schauspieler des Iran: Navid Mohammadzadeh spielt den jungen Colonel vergleichsweise zurückhaltend, aber als schlafenden Vulkan.

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The Unseen

Kaghazpareha

Wegen eines bevorstehenden Staatsbesuches werden die Straßen von Obdachlosen, Sexarbeiterinnen und Drogenabhängigen „gereinigt“ und diese in spezielle Haftanstalten außerhalb der Stadt gebracht, ihrer Rechte, Würde und Freiheit beraubt. Behzad Nalbandi dokumentiert in einem der Frauengefängnisse mit einem Tonbandgerät die erschütternden Geschichten der “unsichtbaren” Insassinnen, denen er mit Stop-Motion-Animationen eine filmische Plattform gibt, ohne ihre Identität preiszugeben.

Berichte über Gewalt, Erniedrigung, Armut und Sucht sowie Nalbandis eigene Eindrücke enthüllen die düstere Realität hinsichtlich der Stellung der Frauen in der iranischen Gesellschaft.

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Ranger and Leopard (Vortex) & In the Realm of the Spider-Tailed Viper

Vom westlichen Publikum weitgehend unbemerkt, hat das Genre des iranischen Naturfilms ein beachtliches Niveau erreicht. Er führt uns in eine reichhaltige Tier- und Pflanzenwelt inmitten überwältigender Naturkulissen und abgeschiedener Landschaften und deutet an, dass sich der Umgang des Menschen mit der Natur wandeln muss. Wir zeigen zwei Filme von Fathollah Amiri, die zahlreiche internationale Preise erhielten. Ranger and Leopard“ begleitet die Rettungsaktion des vom Aussterben bedrohten persischen Leoparden, und „Spider-Tailed Viper“ folgt einem Forscherteam bei der schwierigen Suche nach einer weltweit einzigartigen, sehr eigenartigen kleinen Schlange.

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Numbness

Bi Hessi Mozeie

Der Berufszyniker und Philosophiestudent Jahel lebt mit seiner psychisch labilen Schwester Mary zusammen, die plötzlich eine Ehe mit dem fußballbegeisterten und offenbar recht wohlhabenden Shahrokh eingeht. Als Jahel vor die Tür gesetzt wird, will er zu seinem Musikerkumpel Bahman – und wird den Taxifahrer Nasser nicht mehr los. Es beginnt eine Nacht der surrealen Dialoge, Figuren und Ereignisse. Hossein Mahkams Regiedebüt ist eine absurde Tragikomödie voll Wortwitz und Esprit über eine Gruppe von Außenseitern, die sich nicht aufgeben und das Beste aus allem machen. Beziehungsweise aus nichts …

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Exodus

2,5 Millionen Afghanen suchen im Nachbarland Iran Schutz vor Krieg, Not und Verfolgung. Oftmals ohne Dokumente, erhoffen sie sich ein sicheres und besseres Leben – und bisweilen auch einen Weg nach Europa. Aktuell jedoch strebt ein großer Teil von ihnen aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheit im Gefolge der US-Sanktionen wieder zurück in die Heimat. Bahman Kiarostami platziert seine Kamera vor einer Ausreise-Behörde und fängt Gespräche der Rückreisewilligen ein. Es entsteht ein vielschichtiges, oft absurdes, oft bewegendes Bild über das Leben, die Situation und die Wünsche von Geflüchteten und Migranten.

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